23.12.2025
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Wenn Lichterglanz und Kerzenschein gefährlich werden

Deutlicher Anstieg der Brände im Advent – Der KFV Traunstein informiert

Landkreis Traunstein. Wenn es draußen kalt und dunkel ist, dann kommt die Zeit, in der man es sich zu Hause gemütlich macht. Kerzenlicht, Adventskränze und Christbäume gehören einfach dazu. Allerdings bergen diese Lichtquellen auch Gefahren, was die Zahlen der Deutschen Versicherungswirtschaft belegen. Hierzulande kommt es in der Advents- und Weihnachtszeit zu deinem deutlichen Anstieg von Zimmer- und Wohnungsbränden. Durchschnittlich brennt es in Deutschland alle zwei bis drei Minuten in einer Wohnung oder einem Wohnhaus. Im vergangenen Jahr wurden zum Jahresende 6.000 zusätzliche Brandereignisse gezählt. Damit wird belegt, dass die Advents- und Weihnachtszeit hinsichtlich der Feuergefahr in den eigenen vier Wänden am gefährlichsten ist.


Beherzigt man einige Regeln, so kann man diese Brandgefahr im eigenen Umfeld deutlich reduzieren. Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Traunstein möchte Ihnen ein paar Tipps an die Hand geben, damit Sie schöne Festtage verbringen können und es bei Ihnen nicht zu einer „bösen Überraschung“ kommt. Sollte es dennoch zu einem Notfall kommen, so sind die 80 Feuerwehren im Landkreis Traunstein auch in den kommenden Tagen und Wochen unter der Notrufnummer 112 rund um die Uhr zur Hilfeleistung zu Stelle.


Die Mitglieder im Fachbereich „Vorbeugender Brandschutz“ im Kreisfeuerwehrverband Traunstein sowie des Landesfeuerwehrverbandes Bayern beschäftigen sich das gesamte Jahr damit, wie man Brände verhindert und haben speziell für Weihnachten und Silvester folgende Empfehlungen ausgearbeitet.


„Goldene Regel“ – Feuer nie unbeaufsichtigt lassen
Offenes Feuer und Kerzenschein bilden zu Weihnachten die häufigsten Ursachen für den Ausbruch eines Brandes. Deshalb gilt die „Goldene Regel“, lassen Sie offenes Feuer niemals unbeaufsichtigt! Gerade wenn Kinder oder Tiere im Haus sind, ist besondere Vorsicht im Umgang mit Feuer geboten. Achten Sie deshalb auch darauf, dass Zündhölzer und Feuerzeuge für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Dies sind „sehr interessante Spielsachen“ und immer wieder Ursache für Brände. Durchschnittlich verletzten sich im Dezember deutschlandweit 60 Kinder „beim Spielen“ mit Feuer.


Tannenzweige an Adventskränzen trocknen in beheizten Wohnräumen sehr schnell aus und bilden einen hervorragenden Nährboden für eine schnelle Brandausbreitung. Ein Experiment der Fernsehsendung Galileo von Pro7 in der Atemschutzübungsanlage des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein hat gezeigt, dass ein frischer Christbaum innerhalb von 112 Sekunden vollständig in Flammen steht. Ein ausgetrockneter Baum brennt bereits nach 20 Sekunden lichterloh. Innerhalb weniger Minuten breitet sich so ein Feuer auf einen gesamten Raum aus und sorgt darüber hinaus für eine starke Rauchentwicklung. Sorgen Sie bitte dafür, dass ihre Fluchtwege ins Freie nicht eingeschränkt sind.


Fester Halt für Kerzen und Christbäume
Ein Christbaumständer mit Wasservorrat sowie ein regelmäßiges Benetzen des Adventskranzes hilft dabei, dass diese nicht so schnell austrocknen. Achten Sie bitte auch darauf, dass Kerzen einen festen Halt haben und rechtzeitig vor dem vollständigen Herunterbrennen ausgetauscht werden. Den Aufstellort sollte man mit ausreichendem Abstand zu brennbaren Möbeln oder Gardinen wählen. Gerade der Adventskranz sollte zudem auf einer nichtbrennbaren Unterlage stehen. Am besten eignet sich dafür eine Glas- oder Porzellanplatte. Der Christbaum sollte zudem einen sicheren und festen Stand haben und gegen Umfallen gesichert sein.


Über das gesamte Jahr hinweg vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine Feuerwehr in der Region zu einem Brandeinsatz durch „angebranntes Essen“ ausrücken muss. Achten Sie bitte gerade an den Weihnachtstagen darauf, dass Ihre Speisen auf dem Herd oder im Ofen nicht unbeaufsichtigt sind. Bitte denken Sie daran, diese Geräte bei Verlassen der Wohnung auszuschalten. Damit stellen Sie sicher, dass Ihr Festtagsmenü ein freudiges Ereignis wird und es nicht zu einer bösen Überraschung kommt.
Rauchmelder: „Ihre Lebensversicherung Nummer 1“


Die Feuerwehr empfiehlt außerdem den Einsatz von LED-Lichtern. Diese werden deutlich weniger heiß wie herkömmliche Glühbirnen und bergen daher ein deutlich geringeres Risiko für das Entzünden eines Feuers. Beim Kauf ist dabei auf die Prüfzeichen „VDE“, „CE“ oder „GS“ zu achten. Diese stehen für europäische bzw. deutsche Qualitätsnormen und minimieren das Risiko von Kurzschlüssen. Achten Sie auch darauf, nicht zu viele elektrische Verbraucher an eine Steckdose anzuschließen. Hohe Lasten führen zu einer Erwärmung der Leitungen und begünstigen dabei sogenannte Kabelbrände. Es wird außerdem empfohlen, beim Verlassen der Wohnung die Netzstecker zu ziehen.


Zudem sollte die Wohnung unbedingt mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein, sie melden frühzeitig Entstehungsbrände und sind mit ihrem durchdringenden Alarm-Ton insbesondere in den Nachtstunden ihre „Lebensversicherung Nummer 1“! Die gesetzliche Rauchmelderpflicht gilt sowohl für Mieträume wie auch für Wohnräume, die im Eigentum genutzt werden.


Notrufnummer 112 rund um die Uhr
Halten Sie einen Eimer gefüllt mit Wasser oder einen Feuerlöscher griffbereit. Ein Löschdecke ist in vielen Fällen ebenfalls eine nützliche Hilfe. Sollte es zu einem Entstehungsbrand kommen, bleiben nur wenige Sekunden Zeit, um diesen zu löschen. Gehen sie aber keinesfalls ein unnötiges Risiko ein! Sollte die Brandausbreitung schon fortgeschritten sein, so verlassen Sie sofort und auf dem schnellsten Wege den Raum und schließen (nicht abschließen) die Türe hinter sich. Bitte informieren Sie auch Ihre Mitbewohner und verlassen das Gebäude ins Freie.


Notrufnummer 112! Setzen Sie im Brandfall umgehend einen Notruf ab. Die Feuerwehr ist innerhalb von wenigen Minuten vor Ort und wird mit der entsprechenden Ausrüstung den Brand löschen. Sollte es Ihnen gelungen sein, ein kleines Feuer selbst zu löschen empfehlen die Feuerwehren dennoch, die 112 zu wählen. Die Einsatzkräfte werden beispielsweise mit einer Wärmebildkamera eine Brandnachschau durchführen und dafür sorgen, dass keine versteckten Glutnester übrigbleiben. In der Regel entstehen Ihnen bei einem Brandeinsatz der Feuerwehr keinen Kosten.


Ein sorgsamer Umgang mit Feuer und Licht ist also ein wesentlicher Beitrag für schöne, entspannte und fröhliche Feiertage. Die Frauen und Männer der heimischen Feuerwehren sowie der Kreisfeuerwehrverband Traunstein und das Team der Kreisbrandinspektion wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern ein frohes, unbeschwertes Weihnachtsfest in den Kreisen ihrer Lieben und viele schöne Momente mit „Kerzenschein und Lichterglanz“, ganz ohne böse Überraschungen. Hob

Text
Stefan Lohwieser, Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Bilder
Kreisfeuerwehrverband Traunstein (Archiv)