05.05.2026
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Brand am Saurüsselkopf: Lage bleibt dynamisch

Keine Entwarnung am zweiten Katastrophenfall-Tag – Schwerpunkt auf Südflanke 

Nach der Lagebesprechung am Dienstagabend informiert das Landratsamt Traunstein über den aktuellen Stand zum Waldbrand am Saurüsselkopf in der Gemeinde Ruhpolding. Der Katastrophenfall war am Montag, 04. Mai 2026, um 10:05 Uhr durch Landrat Andreas Danzer festgestellt worden.

Auch am zweiten Tag des Katastrophenfalls ist weiterhin keine Entwarnung möglich. Die erhoffte deutliche Wende in der Brandbekämpfung ist bislang nicht eingetreten. Die Lage bleibt dynamisch. Nach aktueller Einschätzung ist weiterhin eine dreistellige Hektarzahl betroffen beziehungsweise von der weiteren Lageentwicklung berührt. Die genaue Schadensfläche kann erst nach Abschluss der Löscharbeiten verlässlich bewertet werden.

Im Laufe des Tages waren erneut elf Hubschrauber in die Brandbekämpfung eingebunden. Die Luftunterstützung zeigte in einzelnen Bereichen Wirkung. Die West- und Ostflanke konnten tagsüber durch den Hubschraubereinsatz stabil gehalten werden. Aufgrund einer Windänderung liegt der Schwerpunkt aktuell auf der Südflanke. Die Lage im Bereich der Landesgrenze wird weiterhin besonders beobachtet; mit den zuständigen Stellen auf österreichischer Seite besteht Kontakt.

Aktuell sind rund 250 Einsatzkräfte eingebunden, darunter etwa 190 Feuerwehrleute sowie Kräfte von Bundespolizei, Landespolizei, Bergwacht, Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr. Der Einsatz bleibt aufgrund des steilen, felsdurchsetzten und schwer zugänglichen Geländes besonders kräftezehrend. Der Hubschraubereinsatz wurde am Dienstag verlängert. Mit Einbruch der Dunkelheit können aus Sicherheitsgründen jedoch keine Hubschrauberflüge mehr stattfinden. Der Einsatz läuft in der Nacht vom Boden aus weiter, soweit dies gefahrlos möglich ist, unter anderem mit handgeführten Strahlrohren und Tanklöschfahrzeugen. Parallel laufen die Planungen für Mittwoch. Die Einsatzstruktur des heutigen Tages soll grundsätzlich fortgesetzt werden.

Da auch morgen Hubschrauber im Einsatz sein werden, die laufend den Brandbekämpfungsbereich anfliegen und im Bereich der Drei Seen (Weitsee, Mitter- und Lödensee) mit Großbehältnissen Wasser fassen, wurde die Allgemeinverfügung mit dem Betretungsverbot angepasst. Weiterhin bleibt auch die Bundesstraße B305 vom Kreisverkehr Hinterpoint nach Reit im Winkl für den Verkehr gesperrt. Mit Ausnahme der Rettungskräfte sowie Bewohnern und Hotelgästen in den Ortsteilen Seegatterl, Seehaus, Fritz am Sand, Laubau und Waich dürfen Dritte das Waldgebiet nicht betreten. Link zur Allgemeinverfügung: https://www.traunstein.com/assets/amtsblatt/2026/18-2026.pdf

Die Rauch- und Geruchslage war am Dienstagvormittag witterungsbedingt in einem größeren Radius um den Brand wahrnehmbar. Messungen der Umgebungsluft an zahlreichen Messpunkten von Kammer im Norden bis etwa Karlstein bei Bad Reichenhall im Süden ergaben keine auffälligen Ergebnisse. Am Mittwochmorgen ist bedarfsangepasst eine erneute Messfahrt vorgesehen. Die über MoWaS veranlasste Warnmeldung bleibt weiterhin bestehen und wird bei neuen Erkenntnissen aktualisiert. Vorsorglich wird weiterhin empfohlen, bei wahrnehmbarem Rauch oder Ascheregen Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen nach Möglichkeit vorübergehend auszuschalten. Personen mit Atemwegserkrankungen sollten körperliche Anstrengungen im Freien in den betroffenen Bereichen vorsorglich vermeiden.

Zentrales Schutzziel bleibt der langfristige Schutz des Trinkwasserschutzgebiets Laubau. Es besteht weiterhin keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung und keine akute Gefährdung der Trinkwasserversorgung. Die bestehenden Betretungs- und Befahrungsverbote sowie die Verkehrssperre auf der B 305 bleiben bestehen. Das Einsatzgebiet darf nicht aufgesucht werden. Medienvertreter, Bürger und Schaulustige werden dringend gebeten, den Bereich weiträumig zu meiden und Zufahrtswege freizuhalten. Der Einsatz privater Drohnen im Einsatzgebiet ist untersagt.

Die Brandursache steht weiterhin nicht fest. Die Ermittlungen hierzu wurden aufgenommen.

Für Fragen aus der Bevölkerung hat das Landratsamt Traunstein ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist unter 0861 58-411 aktuell von 8:00 bis 16:00 Uhr erreichbar. Nach 16:00 Uhr läuft eine Bandansage mit Hinweis auf die aktuellen Informationen auf der Homepage des Landratsamtes Traunstein. Für Mittwoch, 06. Mai 2026, lädt das Landratsamt Traunstein um 14:00 Uhr zu einem weiteren Pressegespräch im Landratsamt Traunstein ein. Als Gesprächspartner stehen voraussichtlich zur Verfügung: Landrat Andreas Danzer, Kreisbrandrat und Örtlicher Einsatzleiter Christof Grundner, Dr. Wolfgang Krämer, LRA-Abteilungsleiter Sicherheit und Ordnung, Sebastian Klinghardt, Forstbetriebsleiter am Forstbetrieb Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten sowie Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer.

Text
Landratsamt Traunstein – Pressestelle

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Kreisfeuerwehrverband Traunstein